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© 2002
Projektgruppe
Gymnasium
Carolinum
Osnabrück
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Tilings
Raketen
Tiling hat verschiedene
Typen von Raketen geplant und erprobt.
Seine grundlegenden
Fragen waren:
- Wie kommt eine
Rakete sicher und unbeschädigt wieder auf den Boden zurück?
- Wie erreicht man
eine lange Brenndauer mit möglichst wenig Treibstoff?
Diese Probleme hat
er mit seinen Raketen gemeistert:
- Bei einem Raketentyp,
dem sogenannten Raketenflugzeug, klappen nach der Beendigung des Höhenfluges
zwei Flügel, die zuvor als Leitwerk dienten, im rechten Winkel
von der Rakete ab und diese kann dann wie ein Segelflieger zur Erde
gleiten.
Bei einem anderen Raketentyp, dem sogenannten Kreiselflugzeug, spreizt
sich nach der Beendigung des Höhenfluges das Leitwerk propellerartig
ab, und die Rakete rotiert, was sie letztendlich abbremst.
- Das Brenndauerproblem
bewältigte Tiling durch eine umwälzende Verbesserung der gebräuchlichen
Pulverraketen. Die üblichen Feuerwerksraketen zum Beispiel konnten
nicht genügend Schub entwickeln. Eine massive Pulverladung hat
eine lange Brenndauer, aber einen geringen Schub. Mit einer durchgehenden
Bohrung im Pulver, der sogenannten "Seele", erhält man
einen hohen Schub, aber eine kurze Brenndauer.
In dem nach ihm benannten "Tiling-System" wurde die Pulverladung
durch eine Kombination beider Prinzipien aus einzelnen Teilen in verschiedenen
Kammern zusammengesetzt. Dadurch konnte ein Optimum an Schub und Brenndauer
erreicht werden.
Im Jahre 1929 ließ
sich Tiling das Kreiselflugzeug vom Reichspatentamt patentieren, im Jahr
1933 die Mehrkammerrakete.
Tilings Raketen erwiesen sich als sehr zuverlässig. Er konnte damit
gegenüber anderen Raketenkonstrukteuren einen deutlichen Vorsprung
erzielen. Besonders gegenüber Flüssigkeitsraketen zeigten seine
Raketen Vorteile.
Reinhold Tiling mit einer
Schwenkflügelrakete beim "1. Osnabrücker Raketenflugtag"
auf der Atterheide am 21. August 1932
Martin Frauenheim mit
dem Fragment einer Originalrakete und von ihm nachgebauten Modellen (1984). Er besitzt heute ein umfangreiches Archiv zu Reinhold Tiling.
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