Zementfabrik Hemmoor

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Die Gründung der Hemmoorer Zementfabrik

Im Jahre 1859 ließ die Königlich-Hannoversche Regierung im Raum Hemmoor nach Braunkohlevorkommen bohren.Die Bohrungen brachten zwar nicht das erwartete Ergebnis, aber es wurde ein mächtiges Kreidevorkommen entdeckt, und in unmittelbarer Nähe fand man auch große Tonvorkommen. Die wohlhabenden Stader Kaufleute J.H. Hagenah und A. Schultz erfuhren von diesen Bohrergebnissen und erwarben 1862 ca. 16 ha brachliegendes Land in Hemmoor zu einem sehr günstigen Preis. Hierauf errichtete Hagenah - sein Teilhaber hatte die Firma schon wieder verlassen - im selben Jahr eine Kalkbrennerei und eine Ziegelei. Für die Fabrikation und andere Arbeiten (z.B. Beseitigen des Abraumes) wurden viele Arbeiter benötigt, die aus v.a. in den damals noch selbstständigen Gemeinden Warstade und Basbeck (heute Hemmoor) angewoben wurden. Der Absatz des gebrannten Kalks und der Ziegel lief gut; aus diesem Grunde und wegen des hohen Rohstoffvorkommens fasste Hagenah den Entschluss, eine Zementfabrik* zu gründen. Diese nahm im Jahre 1866 ihre Arbeit auf.

Luftaufnahme des Werksgeländes

*Zement: Das Wort ist lateinischen Ursprungs; die Römer nannten ein betonartiges Mauerwerk aus Bruchsteinen mit gebranntem Kalk als Bindemittel "opus caementium". 1824 stellte der Brite J. Aspdin durch Brennen einer künstlichen Mischung von Kalkstein und Ton ein Bindemittel her, welches er als "Portlandzement" bezeichnete, denn die daraus hergestellten künstlichen Steine glichen dem Portlandstein, einem oolithischen Kalkstein, der auf der Halbinsel Portland in der Grafschaft Dorsetshire an der Kanalküste abgebaut wird. Deshalb auch die spätere Bezeichnung "Portlandzement" für Hemmoor, da hier nach dem gleichen Grundverfahren produziert wurde.
Nach: F.W. Locher, Geschichtliche Entwicklung und heutige Zementarten; Zementtaschenbuch, 1984


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